Wer’s nötig hat…

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Nötig haben es ja meistens die, die es nicht haben. Aus welchem Grund auch immer, irgendetwas fehlt ihnen. Dafür haben sie von anderem zuviel. So entsteht ein Ungleichgewicht. Und das versuchen sie irgendwie auszugleichen. Meistens, indem sie andere adressieren.

Harmlos, wenn auch nervend, tun sie dies zum Beispiel durch ungebetene Ratschläge. Auf der Hundewiese trifft man sie auch hin und wieder. Da rollen zwei Youngster friedlich im Gras und schwupps muss sich doch da einer einmischen und damit alle anderen aufmischen. Naja, das steigert nicht grade das Ranking auf der Beliebtheitsskala. Ist aber auch nicht weiter schlimm. Meistens handelt es sich hier um eine vorübergehende Erscheinung. Ein Antesten und sich Ausprobieren in der Sturm und Drangzeit. Augen zu und durch und dann kommt irgendwann das Erwachsenwerden – die lang ersehnte Normalität. Sollte man meinen…

Nun ja, es läuft anscheinend nicht immer so optimal und das ein oder andere Fünkchen Gelassenheit bleibt auch mal auf der Strecke. So hält sich bei einigen diese Eigenart auch im Erwachsenenalter. Sie begegnen uns hin und wieder auf dem Spaziergang. Kommen einfach angerannt, obwohl wir sie gar nicht eingeladen haben. Meistens merken sie dann schnell, dass sie sich damit reiflich unüberlegt übernommen haben und stoppen zwei Meter vor uns ab. Manche reißen auch noch die Klappe ganz weit auf dabei, als würde das irgendwas besser machen.

Hm, nervig, wir wollten ja eigentlich nur unseres Weges gehen. Die Senioren rollen schon mit den Augen. Wieder so einer, der eine Meinung hat, nach der gar nicht gefragt wurde. Jesses…

Unter uns Zweibeinern gibt es dafür das schöne geflügelte Wort „Leben und leben lassen“. Vieles bliebe zum Beispiel uns Hundehaltern erspart, hätte diese Redewendung mehr Gewicht. Im kleinen Kosmos der Hundefreunde tun sich doch nicht selten wahre Abgründe auf. Die harmlosen ungefragten Meinungen sind so von der Sorte „Oh der arme Hund, warum muss der einen Maulkorb tragen?“ bis hin zu richtig ernstgemeinten Ratschlägen in Form von „Hier laufen alle Hunde frei, da gehören solche Hunde nicht hin.“ – Ach, nein? Warum denn nicht? Weil Pfiffi sich nicht im Griff hat und in der Freilaufzone in alles reinrammen muss? Ohne vorher mal zu gucken, was das Gegenüber eigentlich gerade aussendet? Da hat wohl einer in der Sturm- und Drangzeit den Anschluss verpasst…

Die gesteigerte Form des „Wer’s nötig hat“ findet sich dann noch in der Welt der professionellen Hundefreunde – der Hundetrainer. Da gibt es die, die einfach ihre Arbeit machen. Und das möglichst gut. Nach bestem Wissen und Gewissen. Die einfach ihres Weges gehen und dabei nicht viel Getöse machen. Manchmal sind sie sogar recht gesellig dabei. Tauschen sich aus, beraten sich gegenseitig und sind an der Sache interessiert. Und schwupps kommt da einer angerannt und kläfft rum. Phänomenal – ist ihm doch die Aufmerksamkeit vieler Hundefreunde sicher. Nur, dass laut nicht immer gut ist, das steht auf einem anderen Blatt.

Na gut – auch damit kommen wir klar. Ein großer Mann hat dazu mal einen kleinen, aber feinen Satz gesagt:

„Um einen Schmetterling lieben zu können, müssen wir auch ein paar Raupen mögen.‘‘

Antoine de Saint-Exupéry

In diesem Sinne – lasst Euch nicht verrückt machen da draußen.

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